Das Streben nach Meisterschaft

Erfolg hat viele Seiten.

Das Streben nach Meisterschaft

Von einem Menschen, der über Jahrzehnte Kampfkunst betreibt, hat man eine bestimmte Vorstellung. Ein Schwarzgurt muss kämpfen können und einem normalen Menschen überlegen sein. Verliert ein langjähriger Kampfsportler gegen jemanden mit deutlich weniger oder gar keiner Erfahrung, wird deshalb schnell der Kampfsport oder die Kampfkunst infrage gestellt.

Ein erfahrener Taekwondo-Kämpfer besitzt gegenüber jemandem ohne Erfahrung einen großen Vorteil, wenn nach Taekwondo-Regeln gekämpft wird. Unter anderen Umständen ist es aber nicht wirklich entscheidend, ob er oder sie Taekwondo kann. Auch ein Mensch ohne Taekwondo- oder Kampfsporterfahrung kann in einem Straßenkampf Vorteile haben, die mit einer Kampfkunst wenig zu tun haben.

Das Missverständnis liegt in der Vorstellung, dass ein Meister oder ein Schwarzgurt jede Form des Kämpfens beherrschen müsse. Einzelne Fähigkeiten lassen sich durchaus vergleichen. Doch Kampfkunst ist zu vielseitig, um auf jede erdenkliche Situation vorbereitet oder dafür trainiert zu sein.

Ein Meister zu sein bedeutet nicht unbedingt, jeden im Kampf besiegen zu können, sondern eher das Beste aus dem zu machen, was man tut. Je länger man etwas macht, desto weniger geht es darum, nur etwas auszuführen. Man beginnt zu verstehen, wie viele Einzelheiten in etwas stecken, worüber man sich früher nie Gedanken gemacht hat. Das findet sich nicht nur in der Kampfkunst. In jedem Bereich kann man sich über Jahre einer Sache widmen. Dabei können die Tätigkeiten sehr unterschiedlich sein. Kampfkunst ist dabei nur einer von vielen Wegen.

Kim Thanh Vo
Medienreferent der TUH